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Referenzprojekt

Baumwipfelpfad

Mit 60 Tonnen Stahl zu den Baumkronen

Baumwipfelpfad Mogelsberg
Der Baumwipfelpfad führt als 500 m langer Rundkurs durch die Baumkronen des Steinwäldlis. (Bild: Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal).

Ab Ende Mai 2018 lockt in Mogelsberg (SG) der erste Baumwipfelpfad der Schweiz zu einer Erlebnistour durch die Baumkronen. Debrunner Acifer hat den Grossteil des Stahlbedarfs für den 500 Meter langen Steg geliefert – insgesamt über 60 t Massbleche, Feinbleche für Laserteile, Breitflanschträger, Flachstahlzuschnitte, Stahlrohre und Hohlprofile.

Über Stock und Stein, vorbei an Baumwurzeln und immer höher durch das dichte Geäst, bis sich eine beeindruckende Aussicht auf die gesamte Umgebung bis zum Schwarzwald eröffnet. Der Baumwipfelpfad – von der Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal vorangetrieben und mitunter durch Spendengelder finanziert – ist schweizweit der erste seiner Art.

Auf einer Strecke von rund 500 m führt er im Steinwäldli bei Mogelsberg (SG) über einen Holzsteg durch die abwechslungsreiche Topografie des Waldes, die durch das stark kupierte Gelände und Taleinschnitte geprägt ist. Ab Ende Mai 2018 ist die Route öffentlich zugänglich.

Brennschneideanlage
Mit modernen Brennschneideanlagen hat Debrunner Acifer 800 Massbleche und 110 Breitflanschträger produziert.

220 kg schwere und 1 m2 grosse Stahlplatten

Da sich der Baumwipfelpfad das natürliche Gefälle zu Nutze macht, gelangen die Besucher Schritt für Schritt auf Baumkronenhöhe und erleben Wald und Landschaft auf ungewohnte Weise. Der Pfad wurde als geschwungene Konstruktion in Ständerbauweise konzipiert und mit Holz aus der Region gefertigt. «Dadurch wirkt der Pfad authentisch und steht im Einklang mit der Natur», sagt Hanspeter Schweizer, Bauleiter und Geschäftsführer des Baubüros Schweizer GmbH.

Der 2 m breite Steg besteht aus Holzbohlen und einem Stahlgeländer mit Holzbrüstung. Unter dem Steg befindet sich ein blockverleimter Leimholzträger, der mittels Flanschen auf bis zu 16 m langen Stützen aus Vollholz steht.

Brennschneideanlage
Insgesamt hat Debrunner Acifer rund 30 t Stahl zu Brennteilen verarbeitet.

Das untere Ende der Holzstützen ist mit einem stählernen Stützenfuss verbunden, der jeweils aus einer Kopfplatte, einem Breitflanschträger und einer massiven Bodenplatte besteht. Die bis zu 220 kg schweren, 25 bis 35 mm dicken und fast 1 m² grossen Bodenplatten wurden je mit vier bis zu 320 cm langen Krinner-Schraubfundamenten aus Stahl tief im Erdreich verankert.

«Jedes der einzelnen Fundamente ist somit stabil genug, um bis zu dreissig Tonnen Gewicht zu tragen», sagt Schweizer. «Dadurch konnten wir weitgehend auf Betonfundamente verzichten.»

800 Massbleche und 110 Breitflanschträger

Nach der Ausmessung des Geländes wurden anfangs 2017 die ersten Krinner-Schraubfundamente in den Boden eingeschraubt.

Vollholzstützen
Der Steg steht auf bis zu 16 m langen Stütze, die aus Vollholz gefertigt wurden.

Danach erfolgte in Werkstätten die Produktion der Holz- und Stahlteile, aus denen einzelne Elemente des Stegs vorgefertigt wurden. Von August bis September 2017 hat eine ARGE aus drei Holzbauunternehmen mithilfe einer Militäreinheit die Elemente etappenweise aufgestellt und aneinandergebaut. «Die Koordination der Produktion und die Abstimmung zwischen den beteiligten Unternehmen war sicherlich die grösste Herausforderung », sagt Schweizer.

Für den Bau und die statische Sicherung des Baumwipfelpfads wurden insgesamt rund 62 t Stahl eingesetzt. Die Schlosserei Nef, die für die Verarbeitung sämtlicher Stahlteile zuständig war, hat den kompletten Stahlbedarf über das umfangreiche Sortiment der Debrunner Acifer AG gedeckt.

Diese hat mit ihren leistungsfähigen Brennschneideanlagen aus 6 bis 50 mm dicken Stahlblechtafeln und 800 Stück Massbleche (Ringe, Rondellen und Formplatten) mit einem Nettogewicht von 28 t zugeschnitten. Ein grosser Teil davon dient nun als Kopf- und odenplatten, die zusammen mit 3,8 t Stahl beziehungsweise 110 Breitflanschträgern zu Stützenfüssen verarbeiten wurden.

Vollholzstützen
Die Stützen sind über Flaschen mit dem Steg verbunden und stehen auf bis zu 220 kg schweren Stahlplatten.

30 t Stahl für Laserteile

Neben den Massblechen hat die Debrunner Acifer AG in den eigenen Produktionshallen rund 1,5 t Flachstahlzuschnitte gesägt und anschliessend an die Schlosserei Nef geliefert.

Hinzu kommen weitere Lieferungen von knapp 30 t Stahl in Form von Feinblechen, die durch einen Laserspezialisten zu verschiedenen Laserteilen weiterverarbeitet wurden. Ebenfalls hat Debrunner Acifer diverse Positionen wie Stabstahl, Rohre, Hohlprofile, Befestigungstechnik, Werkzeuge und Maschinen geliefert, die für den Bau des Baumwipfelpfads benötigt wurden.

Lieferauszug Baumwipfelpfad Neckertal:

  • 28 t Massbleche aus S355J2+N (800 Stück)
  • 30 t Feinbleche für Laserteile
  • 3,8 t Breitflanschträger HEA 180 und HEA 200 aus S355J2 (110 Stück)
  • 1,5 t Flachstahlzuschnitte aus S235JR (138 Stück)
  • Diverse Positionen an Stabstahl, Rohren, Hohlprofilen, Befestigungstechnik, Werkzeugen und Maschinen

Simon Nef
Simon Nef - Schlosser und Geschäftsleiter der Schlosserei Nef.

Interview mit Simon Nef

Wie ist die Verarbeitung der Stahlteile verlaufen?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat. Wir verschweissen regelmässig Stahlplatten, Stahlträger, Kopfplatten oder Breitflanschträger für Holzbau-Kunden, darin haben wir eine Routine aufgebaut. Herausfordernd waren vor allem die Dimensionen und Mengen der Stahlplatten, die wir innerhalb eines kurzen Zeitraums von wenigen Wochen verarbeiten mussten. Doch wir hatten uns gut auf den Auftrag eingestellt und die Stahlteile in Serie bearbeiten können – dadurch sind wir zügig vorangekommen.

Stahlbrennteile Bearbeitung
Die Stahlbrennteile, die Debrunner Acifer in den eigenen Anlagen hergestellt hat, wurden von der Schlosserei Nef weiterverarbeitet.

Weshalb greifen Sie auf das Sortiment von Debrunner Acifer zurück?

Bereits mein Vater hat vor über 30 Jahren, als er noch den Betrieb geführt hatte, den Grossteil des Stahlbedarfs über Debrunner Acifer abgedeckt. Wir waren stets zufrieden mit der Qualität, deshalb haben wir die Zusammenarbeit bis heute aufrechterhalten. Zudem können wir uns darauf verlassen, dass wir die Ware sehr schnell erhalten, wenn wir einen dringenden Auftrag zu erledigen haben. Im Schnitt bestellen wir fast wöchentlich Stahl von Debrunner Acifer, mehrheitlich Flachstahl für den Tiefbau und Stahl für Geländerpfosten.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit?

Über all die Jahre hinweg haben wir eine gute Geschäftsbeziehung aufgebaut. Wir pflegen den persönlichen Kontakt zu unseren Ansprechpersonen von Debrunner Acifer, der Umgang ist sehr unkompliziert. Es ist ein Geben und Nehmen, das schätzen wir sehr.