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Stahl & Metalle
Stahl- und Metallbau

«Die Zukunft des Stahlbaus liegt in grünen und nachhaltigen Produkten»

Interview mit Diana Gutjahr, Präsidentin metal.suisse

Green Steel Diana Gutjahr Metal Suisse

Wie sehen Sie die Stahlindustrie der Zukunft?

Für mich als Stahlbauunternehmerin liegt die Zukunft im Bau in grünen und nachhaltigen Produkten. Bereits heute sind wir 100% zirkulär und arbeiten quasi ausschliesslich mit Recyclingprodukten, die sich auch wieder rezyklieren lassen. Ich sehe die Zukunft daher in einem intelligenten Miteinander der verschiedenen Materialien, in der jedes Material seine Stärke ausspielen kann. Dauerhaftigkeit, Rezyklierbarkeit, Flexible, Leichtbau und Wiederverwendung sind nur einige Stichwörter, die klar für unseren Werkstoff auch in Kombination mit anderen Materialien sprechen.

Was meinen Sie mit «grünen und nachhaltigen Produkten»?

Ich spreche von Green Steel. Der Begriff geht noch einen Schritt weiter als Recycling und damit Kreislaufwirtschaft.

Green Steel Diana Gutjahr Metal Suisse
Der Forster Campus ist das erste Gewerbegebäudeensemble der Schweiz, welches die international bekannte LEED-Zertifizierung mit Level «Gold» für besonders nachhaltige Bauten erhält. Debrunner Acifer hat die am Bau beteiligte Ernst Fischer AG unter anderem mit 600 t Green Steel bedient, das Material auf Mass angearbeitet und es nach assortierten Stücklisten geliefert.

Inwiefern?

Wir können nicht nur Recycling, sondern haben einen ganz besonderen Hebel bei unserem Werkstoff: die Produktion. Sie offenbart verschiedene Methoden, das CO2 zu reduzieren. Nebst Recycling, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird Wasserstoff zunehmend wichtiger. Wir arbeiten heute daran, den CO2-Fussabdruck auf verschiedenen Wegen zu reduzieren – es gibt bereits erste Bauwerke, die mit CO2-reduzierten oder gar CO2-freien Produkten erstellt werden.

Wo steht die Schweiz bezogen auf den CO2-Fussabdruck der Stahlindustrie?

In der Produktion haben wir heute in der Schweiz absolute Topshots gemessen am CO2-Abdruck der Konkurrenten. Zudem bin ich überzeugt, dass unsere Materialien die Antwort auf viele Fragen in der Dekarbonisierung der Wirtschaft sind. Leichtbau und Wiederverwendung beherrschen wir mit unserem Material, und auch die Energiewende wird mit unserem Material gebaut.

Unter welchen Voraussetzungen kann Stahl die Energiewende beeinflussen?

Wichtig ist, dass Innovationen in der Schweiz stattfinden, dass sie gefördert und dass die Investitionen in die Dekarbonisierung in der Schweiz getätigt werden. Dafür müssen wir in unserer Branche auf Augenhöhe mit dem Ausland wirtschaften können, damit unsere Investitionen nicht in subventionierte Märkte abfliessen. Darunter verstehe ich den Abbau von Handelsschranken und Schutzzöllen zwischen der EU und der Schweiz, vergleichbare Energiekosten und den offenen Zugang zu Qualitätsschrott.

Green Steel Diana Gutjahr Metal Suisse