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Neuer Hafen mit 280 Bootsanlegeplätzen für Lago Maggiore

900 t Stahl und Stahlrohre für spezielle Bodenkonstruktion

Hafen Gambarogno Stahl Stahlrohre
Auf dem Grund des Sees in 20 Metern Tiefe und bei einer Hangneigung von mehr als 100 Prozent wurde eine komplexe Metallstruktur im Boden verankert.

In der Tessiner Gemeinde Gambarogno (TI) entsteht bis 2024 ein Hafen mit 280 Bootsanlegeplätzen. Für die gesamte Hafenkonstruktion über und unter Wasser liefert Debrunner Acifer 900 t Stahl und Stahlrohre. Das Unternehmen Officine Ghidoni SA ist für die Bodenkonstruktion und den Einbau der Stahlelemente verantwortlich.

Das Hafen-Bauprojekt am Lago Maggiore ist mit einer Gesamtinvestition von rund CHF 19 Mio. nicht nur für die Tessiner Gemeinde Gambarogno ein Prestigeprojekt. Auch der gesamte Standort Lago Maggiore wird vom Bau des neuen Hafens mit 280 neuen Liegeplätzen profitieren. Insbesondere in den letzten Jahren stieg die Nachfrage nach zusätzlichen Bootsplätzen immer dringlicher. Nach gründlicher Prüfung der geografischen Gegebeneheiten, erhielt die Schweizer Südostküste des Lago Maggiore mit Gambarogno schliesslich den Zuschlag. Mit dem neuen Hafen wird die Gemeinde Gambarogno zu einem strategisch wichtigen Motor, was die Umgestaltung der gesamten Region betrifft.

Steiles Gefälle des Seebodens und Seespiegel erfordern künstlichen Stahlboden

Für den Bau des neuen Hafens zeichnet das Consorzio Porto Gambarogno verantwortlich, das in Zusammenarbeit mit Implenia SA für dieses Projekt gegründet wurde.

Während sich Implenia um die Fundamente kümmert, wurde die Officine Ghidoni mit Hauptsitz in Riazzino für die Konstruktion und den Einbau der Stahlelemente beauftragt. «Der künftige Hafen setzt sich aus einem äusseren Wellenbrecher sowie inneren Landungsbrücken zusammen», erklärt Nazzareno Rossi, stellvertretender Direktor der Officine Ghidoni. «Geografisch wurden wir vor zwei grosse Herausforderungen gestellt: das steile Gefälle des Seebodens zum einen, zum andern die Veränderung des Seespiegels von rund 6 m.» Um beides auszugleichen, muss ein künstlicher Stahlboden konstruiert werden, der aus neun dreidimensionalen Pylonen besteht, die durch Fundamente fest im Seeboden verankert sind.

Arbeiten unter Wasser in vier Etappen

Für den Bau des hochstabilen Stahlbodens erklärt Nazareno Rossi grob die vier wichtigsten Bauetappen:

1.) Die Verlegung der Metallfundamente durch Aushub und Vorbereitung des Seebodens,

2.) die Herstellung der Mikropfähle unter Wasser,

3.) die Herstellung und Verlegung der Metallträger sowie

4.) die anschliessende Verlegung der Zug- und Verbindungsstangen zum Wellenbrecherpfeiler.

Ein grosser Teil dieser Arbeiten muss unter Wasser durchgeführt werden – genauer gesagt in rund 20 m Tiefe. Sieben Unterwasserarbeiter waren Ende 2021 im Einsatz, daneben fünf Techniker für die Verwaltungs- und Planungsarbeiten, zwei Teamleiter, die vor Ort die Hauptaktivitäten koordinierten sowie zwei Hilfkräfte für die Bohrarbeiten.

Stahlkonstruktion mit einer Ausdehnung von 330 x 120 m

«Bis Ende 2021 legten wir die Metallfundamente und bauten die Mikropfähle», erläutert Nazareno Rossi. Der Bau der Fundamente unter Wasser ist sehr anspruchsvoll. 2022 kommt die Verlegung der dreidimensionalen Stahlkonstruktion mit einer Ausdehnung von etwa 330 x 120 m hinzu. Das Gewicht der einzelnen vorgefertigten Elemente beträgt rund 55 t. Das Material für diese Struktur hat Debrunner Acifer bereits geliefert: hauptsächlich ROR-Profile aus S355J0-Stahl mit unterschiedlichen Durchmessern (219–711 mm). «Diese Arbeiten erfordern ein hohes Mass an Präzision und multidisziplinärem Fachwissen», so Nazareno Rossi. Damit die Planung und die Arbeiten effizent und zielführen ausgeführt werden, überwacht das Studio Ingegneria Sciarini von Vira Gambarogno das Projekt.

Termingerechte Lieferung von hochwertigem Stahl

Für den Bau des Hafens, der 2024 in Betrieb gehen soll, werden insgesamt 900 t Stahl verbaut. Bezogen wird das Material direkt von Debrunner Acifer, das bereits rund 300 t Stahl nach Gambarogno geliefert hat. «Bis Ende 2021 konnten die Arbeiten unter Wasser grösstenteils abgeschlossen werden», erklärt Nazareno Rossi. Per Anfang 2022 konnte termingerecht mit der Verlegung der Masten begonnen werden. Zur Herstellung und Verlegung der Stahlkonstruktion selbst werden dann weitere 10 Personen auf der Baustelle tätig sein: Für die Montage der Rohre und die Schweissarbeiten, die am Ufer des Lago Maggiore stattfinden werden. Und auch in den weiteren Bauetappen wird sich die Mannschaft vor Ort auf die termingerechte Lieferung von hochwertigem Material von Debrunner Acifer verlassen können.

Lieferauszug:

  • total 900 t Stahl und Stahlrohre
  • Stahlrohr HFW High frequency welding (12.5–16.0 mm)
  • Stahlrohr SS Seamless (20–28 mm)
  • Stahlrohr HSAW Helical submerged arc welding (10–18 mm)
  • Stahlrohr LSAW Longitudinal submerged arc welding (25 mm)

Über das Projekt
Bis 2024 entsteht in Gambarogno am Lago Maggiore ein neuer Hafen mit 280 Anlegeplätzen, einem Seerestaurant sowie Besucherparkplätzen. Die Firma Officine Ghidoni SA hat das Ausführungsprojekt entwickelt und begleitete insbesondere die Unterwasserarbeiten Ende 2021 und Anfang 2022. Danach werden der Bau des Wellenbrechers sowie des landseitigen Gebäudes folgen. Die Inbetriebnahme aller Hafenanlagen ist für das Frühjahr 2024 geplant.


«Ein Maximum an Flexibilität und Zuverlässigkeit»

Nazareno Rossi, Stellvertretender Direktor der Officine Ghidoni Riazzino

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen wie die Ghidoni SA für das Hafenbauprojekt in Gambarogno erfüllen?

Um ein Projekt dieser Grösse und Komplexität in Angriff nehmen zu können, braucht man ein äusserst multidisziplinäres, kompetentes und flexibles Team, das in der Lage ist, jede einzelne Aktivität zu analysieren, zu planen und agil zu bewältigen.

Was ist das Spezielle an diesem Projekt?

Das Besondere an diesem Projekt ist der Bau einer komplexen Metallstruktur: auf dem Grund des Sees in 20 Metern Tiefe und mit einer Hangneigung von mehr als 100 Prozent.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf des Projekts?

In der Anfangsphase traten mehrere geologische Schwierigkeiten auf. Nach einer Verfeinerung des Produktionsprozesses war es aber möglich, eine Ausführungsmethode zu entwickeln, die den korrekten Ablauf der Baustelle gewährleistet. Derzeit sind wir zufrieden, auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben.

Wie haben Sie die vergangenen Monate auf dieser Grossbaustelle erlebt?

Ein Projekt dieser Grösse und dieses Schwierigkeitsgrades erlaubt sicherlich keine grossen Momente der Entspannung, sondern erfordert ständige Aufmerksamkeit. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit und der Professionalität des gesamten Teams ist dies leichter möglich.

Weshalb arbeiten Sie mit Debrunner Acifer zusammen?

Wir haben für dieses Projekt einen zuverlässigen Partner gesucht, der in der Lage ist, uns 900 t Stahlrohre zu liefern. Bei dieser Art von Projekten ist es unerlässlich, sich auf Unternehmen zu verlassen, welche die Anforderungen am besten erfüllen und synergetisch zusammenarbeiten können, um dieses wichtige Ziel zu erreichen.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit Debrunner Acifer?

Die pünktliche Lieferung und die Qualität des Materials sind von grösster Bedeutung für den Erfolg des Projekts und die Einhaltung des mit dem Kunden vereinbarten Zeitrahmens. Wir schätzen die Professionalität und Kompetenz der Mitarbeitenden von Debrunner Acifer.

Worin sehen Sie die Stärken von Debrunner Acifer?

Debrunner Acifer ist in der Lage, seine Kunden von der Anfangsphase bis zur Ausführung zu unterstützen und dabei ein Maximum an Flexibilität und Zuverlässigkeit zu garantieren.