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Zuverlässiger Blitzschutz

Arthur Flury AG – Spezialistin für Blitzschutzsysteme

Blitzschutz Arthur Flury AG

Gewitterblitze wollen in die Erde – und sie finden immer einen Weg. Dass sie dabei stets den höchsten Punkt in der Gegend treffen, ist ein Mythos. Wenn sie einschlagen, können sie grossen Schaden anrichten. Blitzschutzsysteme lenken die elektrische Ladung sicher in die Erde, wo sie unschädlich wird. Deshalb ist es wichtig, Gebäude gegen Blitze zu schützen. Beim professionellen Blitzschutz arbeitet Debrunner Acifer mit der Arthur Flury AG zusammen.

In der Schweiz flammen gemäss Meteorologen durchschnittlich 60'000 bis 80'000 Blitze pro Jahr auf. Sie sind meist begleitet von ein bis zwei Nebenblitzen. Zählt man diese dazu, sind es rund 150'000 Blitze jährlich. Innerhalb eines Blitzkanals erreicht die Temperatur bis zu 30'000 °C (Oberflächentemperatur der Sonne: 5500 °C) und es entstehen Stromstärken bis zu 200'000 Ampère (Steckdose: 16 Ampère).

Blitzschutzsystem verhindert Schäden

Dass der Blitz am höchsten Punkt einschlägt, stimmt nicht immer. So kann das Einfamilienhaus neben dem Kirchturm getroffen werden. Die Zerstörungskraft von Blitzen ist gewaltig.

Blitzschutz Arthur Flury AG

An der Einschlagstelle können erhebliche Sachschäden entstehen – die Folgen der elektrischen Entladung sind Überspannungen oder Brände.

«Unsere Blitzschutzsysteme verhindern einen Einschlag nicht. Aber sie lenken die Energie in den Boden und bewahren Gebäude und deren Bewohner vor Schlimmerem», sagt Marc Alther. Er ist Blitzschutzexperte bei der Arthur Flury AG, einem weltweit operierenden Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und die Herstellung von Komponenten für Gebäudeblitzschutz spezialisiert hat. «Ein wirksames Blitzschutzsystem umfasst Massnahmen an der Gebäudehülle und im Gebäudeinneren», konkretisiert Marc Alther.

Wie funktioniert ein Blitzschutzsystem?

Ein Blitzschutzsystem – auch Blitzschutzanlage oder Blitzableiter genannt – gibt dem Blitz den Weg in die Erde vor. Arthur Flury legt dafür im Prinzip einen Faradaykäfig über das Gebäude. Dazu gehören Fang- und Ableiter oder Erdungsseile, welche die gebündelte Stromladung zum Erder leiten. Jener führt den Blitzschlag am Haus vorbei in die Erde.

Blitzschutz Arthur Flury AG

Spannungsunterschiede an Heizungsinstallationen und Wasserleitungen kompensiert der Potenzialausgleich. Der Überspannungsschutz schliesslich schützt elektronische Geräte vor Überspannungen. Das Ausstecken aller Geräte bei einem Gewitter ist dann nicht nötig. Wichtige Komponenten im Blitzschutzsystem sind aber auch die Halterungen, durch welche die Erdungsseile gezogen werden: die Leitungshalter und die Dachrinnenklemmen.

Test der H-Prüfungsklasse bestehen

Die bei Debrunner Acifer erhältlichen Blitzschutzprodukte der Arthur Flury AG müssen den Test der H-Prüfungsklasse bestehen, bevor sie in den Verkauf gelangen. Während zweier Wochen werden die Bauteile einer aggressiven salzhaltigen Atmosphäre ausgesetzt. Anschliessend müssen sie drei Blitzstromstösse von je 100 kA (10/350) aushalten.

Nur jene Bauteile, die nach dem H-Test weitgehend im gleichen Zustand sind wie vor dem Test, werden in der Praxis eingesetzt. Ein fachgerecht installiertes Blitzschutzsystem benötigt kaum Unterhalt. Aber: «Wir empfehlen, das System alle zehn Jahre und immer nach einem Blitzeinschlag von der Brandschutzbehörde kontrollieren zu lassen», sagt Marc Alther.

Faradaykäfig
Der englische Naturforscher und Experimentalphysiker Michael Faraday (1791–1867) stellte im Jahr 1836 fest, dass eine auf allen Seiten geschlossene Hülle aus elektrischem Leitmaterial wie Blech oder ein Drahtgeflecht Elektrizität abschirmt – das Innere der Hülle blieb elektrizitätsfrei. Schlägt ein Blitz in einen Faradaykäfig, sind Menschen im Innenraum folglich nicht gefährdet. Nach diesem Prinzip funktionieren zum Beispiel Autos oder Flugzeuge.


Blitzschutz Arthur Flury AG

«Über Blitzschutz aufklären»

Interview mit Marc Alther, Technischer Berater, Arthur Flury AG

Wie gut sind die Gebäude in der Schweiz gesichert?

Nur gerade 18 Prozent der Gebäude verfügen über ein Blitzschutzsystem. Darin enthalten sind öffentliche Gebäude, für die ein Blitzschutzsystem gesetzlich vorgeschrieben ist. Daraus lässt sich schliessen, dass Einfamilienhäuser in der Regel nicht vor Blitzeinschlag geschützt sind. Am einfachsten und kostengünstigsten ist es, bei einem Neubau den Blitzschutz mitzuplanen. Das Nachrüsten bei bestehenden Gebäuden ist zwar umständlicher, aber möglich.

Was wurde in den vergangenen Jahren verbessert beim Blitzschutz?

Seit Michael Faraday 1836 den «Faradaykäfig» entdeckt hat, hat sich der Blitzschutz nicht grundlegend weiterentwickelt. Einzig die Normen passen sich den heutigen Bauweisen an. Diesbezüglich die wichtigste Anpassung ist der H-Test für stromdurchflossene Teile, der 2004 in die Schweizer Normen eingebracht worden ist.

Blitzschutz Arthur Flury AG

Zudem wird hierzulande jedes Blitzschutzsystem von einem Blitzschutzaufseher der Brandschutzbehörde geprüft, womit der Sicherheitsstand in der Schweiz hoch ist.

Wo sehen Sie das grösste Entwicklungspotenzial?

Mein Wunsch ist, dass die Leute über Blitzschutz aufgeklärt werden und vor allem beim Neubau darüber reden. Viele Bauherren wären froh, würden sie mit fachgerechten Informationen beliefert. Oft jedoch wird der Blitzschutz vonseiten des Architekten nur am Rande erwähnt oder gar nicht thematisiert, weil er keine Drähte auf dem Dach will. Die Investitionen für Blitzschutz betragen etwa 0,5 Prozent der Bausumme und sind damit im Vergleich mit den Gesamtbaukosten überschaubar. Diverse Kantone subventionieren darüber hinaus den Blitzschutz.

Ein Blitzschutz ist in der Schweiz für die meisten privaten Bauten nicht obligatorisch. Besteht hier Ihrer Meinung nach gesetzlicher Handlungsbedarf?

Blitzschutz sollte nicht nur bei öffentlichen, sondern auch bei privaten Bauten Pflicht sein. Am 26. Juni 2020 wurde in der Schweiz das bisher heftigste Gewitter dieses Sommers registriert. An jenem Nachmittag gab es laut SRF Meteo 13'000 Blitzeinschläge. Ein Blitzeinschlag muss nicht, aber kann verheerend sein.